+ Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 1 2
Ergebnis 31 bis 45 von 45

Thema: Gezüchtete Katzen leben nicht so lange wie "Bauernhofkatzen"?

  1. #31
    Whitesnake
    Kitticat-Entdecker
    Dabei seit
    26.07.2008
    Beiträge
    3
    So lange bin ich hier angemeldet und habe eigentlich nie wirklichen Grund zu schreiben.. und nun gleich 2 x in einer Woche *peinlich ist mir das*

    1. Die Aussage wurde sehr wohl rassespezifisch gemacht.. nämlich auf Siam/OKH. Und so leid es mir tut: es gibt nicht jede Menge sehr erfolgreich OKH/Siam-züchtende-Tierärzte.. und somit ist jedem, der innerhalb der OKH/Siam-Catfancy ein klein wenig Ahnung hat, klar, wer gemeint ist. Gut, wenn es in diesem Forum Usus ist, ohne Nennung des Namens aber mit spezifischen Details auf einen Züchter einzuhacken, dann spricht das für sich. (und nein es handelt sich ganz sicher nicht um Siamesis).

    2. Man kann den Begriff "Hauskatze" schwer definieren. Darunter versteht man sowohl Gruppen auf Bauernhöfen, als auch freilebende Gruppen in Grossstädten, als auch den Katzenhalter der eben eine auch ab und zu als "EKH" bezeichnete Katze in irgendeiner Weise verpaart (rauslassen bis Kater aus der Bekanntschaft).

    3. hmm.. ja.. es tut mir sehr leid, aber wenn ich Klunkis Meinung hier lese, dazu die Äusserungen in ihrem Fotopost (erst hab ich die Ohren gehasst.. und jetzt finde ich alles perfekt) und dazu sehe, dass auf einer anderen Plattform diverse Katzen von ihr gelobt werden, die z.B. sehr deutlichen und starken Nickhautvorfall aufweisen, dann muss ich die anderen Äusserungen bezüglich Linienzucht/Verpaarung für mich nicht mehr wirklich ernst nehmen. Sorry! Ich stelle nicht in Frage, dass sie ihre Tiere liebt und für sie ist es vielleicht auch gut, ihrer Züchterin zu vertrauen, aber da brauch ich nicht mit Erläuterungen der Vererbungslehre oder eines vorhandenen Genpools anfangen oder dergleichen. (woher kommen bitte die Tiere der Züchterin - richtig aus Linien.)

    Für mich ist es nach wie vor Fakt:

    - wer der Fan einer Rassekatze (welcher auch immer) ist, der wird sich kaum ein Notfellchen aus dem Tierheim holen. (schade eigentlich... ich habe hier bei mir mittlerweilen beides)

    - Die Natur ist in manchen Sachen zwar die härteste Auslese.. aber wenn es um später auftretende Erbkrankheiten geht (Beispiel PKD) leider nicht zuverlässig. PKD ist auch bei sogenannten Hauskatzen ein Thema.. und die Natur interessiert es herzlich wenig, wenn ein Tier mit 4 - 9 Jahren an den Nierenzysten stirbt.. und vorher etliche Würfe ins Leben gesetzt hat. Ebensowenig interessiert die Natur ein gewisser Inzestfaktor.. klar, manche kommen nicht ins fortpflanzungsfähige Alter - andere aber schon. Und niemand, der sich ein Tier von einem Bauernhof oder aus einem Tierheim holt, weiss um den Grad. Bei einer Zuchtkatze kann man diesen über die Papiere nachvollziehen (über das Hilfsmittel Internet sogar noch über einige Generationen weiter).

    - Eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt auch der Lebenswandel der Katze.. egal ob Rassetier oder Zuchttier. Es ist eine Tatsache, dass das Immunsystem einer rein in der Wohnung gehaltenen Katze mit einer die an "frische Luft" kommt, nicht mithalten kann. Ob das nun Freilauf (der ja wieder alle anderen Risikofaktoren wie z.B. Verkehr, Kontakt mit infizierten Katzen oder anderen Unfällen beherbergt) oder gesicherter Freilauf oder auch nur ein gesicherter Balkon ist.. Das muss keinen Ausschlag geben, aber es kann doch immer auch etwas von "draussen" reingeschleppt werden.. von anderen Relevantien wie Ernährung ganz zu schweigen.

    - Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Übergewicht etc. betreffen auch beide "Sorten".

    Ich werde immer wieder hinzugezogen, wenn es in meiner Umgebung einer Katze schlecht geht.. oder sie verstirbt. "Highlightauszüge" aus meiner Statistik der letzen Jahre:

    Sissi - Hauskatze - Sterbealter 21 Jahre (Ursache ungeklärt)
    Putzi - Hauskatze - Sterbealter 17 Jahre (Ursache Krebs - eingeschläfert)
    Woodstock - Perser - Sterbealter 17 Jahre (Ursache Krebs - allein eingeschlafen)
    Cloudy - US-Perser CP mit Vorerkrankung - Sterbealter 12 Jahre
    Delilah - Siamkatze neuerer Typ - Sterbealter 24 Jahre (Ursache Organversagen - eingeschläfert) <--- der neuere Typ begründet sich subjektiv, denn vor 24 Jahren gab es noch keine Trennung der Rassen
    Heavenly Action - Perser Colourpoint - Sterbealter 5 Jahre (Ursache Antibiotikumunverträglichkeit - allein plötzlich verstorben)
    Katzi - Hauskatze - Sterbealter 7 Jahre (Ursache Infektion - eingeschläfert)
    Sebastian - Perser - Sterbealter 12 Jahre (Ursache Altersschwäche, nach mangelhaftem Aufwachsen in Tschechien < Prognose mit 1 Jahr vom TA: maximale Lebenserwartung 5 - 6 Jahre wegen weichen Knochen etc.> eingeschläfert)
    Charly - Hauskater - Sterbealter 4 Jahre (Ursache: überfahren)
    Chico - Siammix aus Spanien - Sterbealter 6 Jahre (Ursache: Nierenversagen) eingeschläfert
    Miaui - Hauskatze - Sterbealter 6 Jahre (Ursache: trotz Obduktion unklar, eingeschlafen)

    Das ist nur ein Auszug und soll klar machen, dass es schier unmöglich ist, ein Urteil über Rassekatze versus Hauskatze zu führen.. denn was ist Hauskatze (siehe oben) und auch bei Rassekatzen ist der Unterschied gewaltig..

    Ich persönlich (und ich war 10 Jahre Züchterin) finde es immer noch schade, dass sich Züchter untereinander besser bekriegen, als zusammen zu arbeiten. Umso mehr, als es für einen Liebhaber wirklich schwer ist, an eine seriöse Zucht zu geraten. Wenn ein Liebhaber etwas Vertrauen zu einer Züchterin (oder einem Züchter) gefasst hat, dann werden Meinungen und Aussagen leider sehr gerne übernommen. Ob das nun persönliche Querelen oder schlicht Marketingdenken ist, wer weiss. Hauskatzen sind - je nach Gegebenheit - ohnehin immer eine Wundertüte. Zu erweitern um Zuchttiere oder Mischlinge aus dem Tierheim oder Ausland - wo man letztendlich auch keine aussagekräftigen Unterlagen dazu erhält.

    Danke an alle, die bis hierher gelesen haben. Vielleicht nutzt es dem einen oder anderen.
    Geändert von Whitesnake (16.09.2010 um 02:25 Uhr)

  2. #32
    Vom Aprather
    Kitticat-Kenner Avatar von Vom Aprather
    Vorname
    Simone
    Dabei seit
    07.10.2009
    Beiträge
    915
    Ort
    Wülfrath
    Katzen
    3
    Katzenrassen
    Heilige Birma EKH
    Verein
    Family Cats Club
    Liebe Whitesnake,

    danke für Deine auführliche Meinung. In vielen Punkten bin ich derselben Meinung, besonders in dem Punkt, warum die Züchter nicht miteinander arbeiten, sondern es als Gefahr oder Neid ansehen, wenn andere auch züchten.

    Aber ich stelle diese Frage nochmal in den Raum: Wie kann ein Tierarzt einfach sagen: Rassekatzen leben nicht so lange? Wie kommt er auf diese Aussage? Hat er es nur deshalb gesagt, weil er das Elend in den Tierheimen kennt? Kennen wir das nicht alle? Aber geht es im Tierschutz nicht darum, freilaufende Katzen einzufangen, diese zu kastrieren und wieder frei zu lassen? Oder ggf. ein neues Zuhause zu finden? Einfach halt diese massenweise vermehren verhindern?

    Ich finde persönlich, Tierärzte haben auch eine Vorbildfunktion, dh. für mich, dass sie eigentlich keine Stellung beziehen sollten.

    Da fällt mir ein, vor Jahren, als ich wegen der Kinder im Krankenhaus war, war es dergleiche Arzt, der in der einen Stunde ein Baby auf die Welt geholt hat und in einer anderren Operation eine Abtreibung vorgenommen hat. Eine Medaille hat immer zwei Seiten, es ist nicht im Leben alles schwarz und weiß sondern bunt.

    LG
    Simone

  3. #33
    Dinah
    Samtpfote
    Vorname
    Heidrun
    Dabei seit
    30.06.2010
    Beiträge
    282
    Ort
    Köln
    Katzen
    5
    Katzenrassen
    Thai, Kurz- und Halblanghaar
    Verein
    Deutsche Edelkatze
    Dass Juanita jemanden persönlich angegriffen hat, kann ich immer noch nicht glauben, ich fand ihr Beitrag eher neutral. Dass sie sich besonders um Siamesen sorgt und darauf bezog, liegt m.E. wohl daran, dass Siam ihre bevorzugte Rasse sind.
    Bin ich besonders naiv?
    Vielleicht sollte man nicht Hauskatzen mit Zuchtkatzen vergleichen, weil die Lebensumstände der EKH oft übel sind.

    Wie wäre es festzustellen, dass Katzen die in einem (Züchter)haushalt unter besten Bedingungen, behütet, gut ernährt, tierärztlich versorgt, leben, oft erstaunlich jung versterben und immer wieder erbliche Krankheiten in Linien zu finden sind, die doch eliminiert werden könnten.
    Unter optimalen Bedingungen sollten Katzen egal welcher Rasse, steinalt werden können, ebliche Krankheiten sollte so gut wie überhaupt nicht mehr vorkommen.
    Es sei denn, die Zucht um der Optik willen begünstigt selbst bestimmte Defekte.
    Woher kommt die hohe Sterblichkeitsrate bei Kitten, manche Züchter finden 10% völlig normal
    Man sollte doch annehmen, dass wenn Verpaarungen geplant werden und die Vermehrung nicht willkürlich passiert, immer weniger Erkrankungen auftreten.
    Das alles betrifft natürlich nicht nur eine bestimmte Rasse, sondern viele unterschiedliche Zuchten.

    Dass es auch bei Ausstellungen zu Bestechlichkeit kommt, sollte niemanden wundern. Richter sind keine Heiligen. Mir sind solche Aktionen durchaus bekannt, übrigens nicht von Siamzüchtern, sondern von Züchtern einer anderen Rasse.
    Geändert von Dinah (16.09.2010 um 13:21 Uhr)

  4. #34
    klunki
    Fledermaus-Mama Avatar von klunki
    Vorname
    Juanita
    Dabei seit
    16.06.2008
    Beiträge
    3,867
    Ort
    Ingolstadt
    Katzen
    2
    Katzenrassen
    Siam / OKH
    Zitat Zitat von Whitesnake Beitrag anzeigen
    Und niemand, der sich ein Tier von einem Bauernhof oder aus einem Tierheim holt, weiss um den Grad. Bei einer Zuchtkatze kann man diesen über die Papiere nachvollziehen (über das Hilfsmittel Internet sogar noch über einige Generationen weiter).
    Abr genau das ist es doch, was mir einfach nicht in den Kopf will. Weshalb wird in der Zucht VORSÄTZLICH Inzucht betrieben. Doch nur, um äußere Merkmale wie Farbe, Körperbau, Felllänge, Fellstruktur und was weiß ich nicht noch alles, zu verändern/verstärken. Bitte belehrt mich eines Besseren, wenn ich falsch liege, aber soweit mir bekannt ist, gibt es keine ernstzunehmenden gesundheitlichen Vorteile, die man über Inzucht erreichen kann. Mir ist nur das Gegenteil bekannt, nämlich potentielle Risiken. Sollte die Zucht nicht der gesunderhaltung der Tiere einer Rasse dienen? Statt dessen, ist man sogar bereit, zusätzliche, vermeidbare Risiken durch Inzucht einzugehen - und warum?

    Beim Menschen steht Inzucht unter Strafe - und ich meine, aus gutem Grund. Klar kann man jetzt sagen, dass irgendwann alle Tiere einer Rasse die gleichen Vorfahren haben, man müsste nur weit genug zurück gehen, aber das ist aus meiner Sicht ein eher magerer Versuch vom Zentrum des Problems abzulenken. Wenn man bei den Tieren in den letzten 5 - 6 Generationen keine Übereinstimmungen findet, dann denke ich, ist das völlig ausreichend - aber wenn ich auf einem Stammbaum in den ersten 3 oder 4 Generationen schon Mehrfachnennungen finde, dann finde ich (ganz persönlich) das moralisch nicht vertretbar und je enger die Verwandschaftsverhältnisse sind, um so riskanter ist es - ein Risiko, welches der Züchter eingeht und das Tierchen ggf. austragen muss.

    Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass meine Befürchtungen unnötig sind. Schließlich habe ich selbst zwei Buben der (wenn auch gemäßigten) modernen Linien zuhause - allerdings ohne Inzuchtkoeffizienten im Stammbaum - und ich wünsche mir von Herzen, dass sie auch so alt werden, wie meine Smokie und meine Jenny, die beide über 17 Jahre alt werden durften.

    Viele Grüße

    Juanita

  5. #35
    Nicole
    Sibi-Lady Avatar von Nicole
    Vorname
    Nicole
    Dabei seit
    13.04.2007
    Beiträge
    8,761
    Ort
    Castrop-Rauxel/NRW
    Katzen
    4
    Katzenrassen
    3 Sibirische Katzen, 1 Neva Masquarade Kater
    Verein
    Family Cats Club e.V.
    Also so wie ich das gelernt habe, wird beispielsweise bei einer Rückverpaarung(Vater-Tochter/Mutter-Sohn) alles positive wie negative "verstärkt".
    Mann sollte sich also darüber vorher genauestens im klaren sein, was man da verpaart.
    Durch solche Verpaarungen kann man aber auch die Herkunft gewisser Erbdefekte aufdecken, um dann ggflls, das entsprechende Tier aus der Zucht zu nehmen.
    Ja ist ein heikles Thema....mit dem sich wirklich nur erfahrene Züchter auseinander setzen sollten.

    Bei Rassen, wo es leider nicht viele Bestandstiere gibt, muss man ja leider diesen Weg gehen oder fremdeinkreuzen.

  6. #36
    Die_Wilden
    Kitticat-Kenner
    Dabei seit
    21.06.2007
    Beiträge
    994
    Katzen
    VIELE
    Katzenrassen
    MAINE COON,Türkisch Angora,German-Rex,EKH mit Papieren,Thai u.jede Menge EHKs die keiner mehr haben
    Verein
    DERVDKEV
    @Nicole,
    da gebe ich dir vollkommen recht!

    Auch ,dass man das bei einigen Rassen machen muss,wegen der ERHALTUNGS-ZUCHT,wie bei den German-Rex.
    Aber da gehe ich einen anderen Weg u.kreuze die EKH ein.
    Nun ja,wie jeder weiss,bekomme ich da beide Rassen raus,aber sie sind dafür alle für die Weiterzucht zu gebrauchen,weil sie die passenden Gene tragen u.auch weitergegen,wenn auch nicht bei allen das typische Lockenfell zur Schau gestellt wird.
    Aber Stammbäume bekommen alle,wenn auch als EXP- Zucht.Wird noch eine Weile dauern,bis man genügend rassereine Tiere zur Verfügung hat.
    Aber das hat nichts mit dem hier angegeben Thema,wegen dem nicht so langem Leben der Rassekatzen zu tun,weil man von Anfang an !!! stark selektieren muss.

  7. #37
    Edain
    Kopfkissenverteidiger Avatar von Edain
    Vorname
    Gesine
    Dabei seit
    07.06.2008
    Beiträge
    129
    Ort
    47804 Krefeld
    Katzenrassen
    Siamesen und Orientalisch Kurzhaar
    Verein
    1.ITAVC
    Zitat Zitat von klunki Beitrag anzeigen
    Beim Menschen steht Inzucht unter Strafe - und ich meine, aus gutem Grund. Klar kann man jetzt sagen, dass irgendwann alle Tiere einer Rasse die gleichen Vorfahren haben, man müsste nur weit genug zurück gehen, aber das ist aus meiner Sicht ein eher magerer Versuch vom Zentrum des Problems abzulenken. Wenn man bei den Tieren in den letzten 5 - 6 Generationen keine Übereinstimmungen findet, dann denke ich, ist das völlig ausreichend - aber wenn ich auf einem Stammbaum in den ersten 3 oder 4 Generationen schon Mehrfachnennungen finde, dann finde ich (ganz persönlich) das moralisch nicht vertretbar und je enger die Verwandschaftsverhältnisse sind, um so riskanter ist es - ein Risiko, welches der Züchter eingeht und das Tierchen ggf. austragen muss.
    Juanita,

    Inzucht ist beim Menschen nicht verboten, da darunter ja auch Cousin x Cousine fallen würde und das ist (in Deutschland) absolut legal. Verboten ist der Inzest!
    Und Linienzucht ist nicht nur schlecht (auch wenn ich mich damit unbeliebt mache und sicher gleich gesteinigt werde). Wenn man die Linien mit denen man schon eine Weile arbeitet ganz gut kennt, weiß man um die Stärken und Schwächen und kann entsprechend auch mal liniengezogen verpaaren um Stärken jeder Art (egal ob nun optisch oder charakterlich oder gesundheitlich) zu verstärken. Natürlich muss man auch um die Schwächen wissen und abschätzen können, inwieweit es vertretbar ist, wenn diese auch verstärkt werden. Aber dafür muss man "seine" Linien schon kennen. Der (linienbezogene) Outcross kann viel Unheil anrichten und ist auch nicht das non-plus-ultra. Manche Linien vertragen sich nicht miteinander, was keiner vorher wissen kann. Defekte, die womöglich bisher nie aufgetreten sind (da rezessiv) treffen auf einmal aufeinander und man hat den Horror in der Wurfkiste....Wer weiß schon, wenn er sich ein neues (linien)fremdes Tier anschafft wirklich darüber Bescheid? Wie ehrlich ist der Verkäufer, die Züchter der vorangegangenen Generationen wirklich?

    Wie gesund oder krank hat mit vielen Faktoren zu tun, das wurde geschrieben, das unterschreibe ich, aber ich sehe auch Outcross bzw. Linienzucht nicht nur schwarz oder weiß. Auch hier ist viel grau im Spiel und ob es näher am Schwarz oder Weiß ist, hängt vom Wissen des Züchters ab und von seiner Verantwortlichkeit.
    Inzucht zeigt sich häufig auch in der Wurfstärke...um bei Juanitas Lieblingsrasse zu bleiben: Siamesen und Orientalen waren früher für große Würfe sehr bekannt - findet man heute auch eher seltener. Gleiches übrigens auch für die Thaikatzen, die ja Siamesen im alten Typ sind - warum bekommen sie nur noch "so wenige" Babys, warum sind Würfe mit 7 oder 8 Babys nicht mehr der Standard, der er durchaus mal war???

    Just my two pence als Ergänzung zu vielen guten Sachen, die hier schon geschrieben wurden...

  8. #38
    SandraD.
    Chat-Admin
    Vorname
    Sandra
    Dabei seit
    16.03.2008
    Beiträge
    1,449
    Ort
    32584 Löhne
    Katzenrassen
    Norwegische Waldkatzen
    Huhu Edain,
    nein,dich wird keiner steinigen.
    Ich sehe es genau so wie du. Gerade wenn man ständig nur mit fremden Linien verpaart,wird vieles nicht erkannt und dann auf einmal kommt es durch eine Verpaarung zum vorschein und das Geschrei ist groß und keiner weiß,wo es her kommt. Gerade durch die Linienzucht kann man vieles ausmerzen.
    Aber wie Edain schreibt,dafür muss man seine Linien sehr gut kennen und Linienzucht gehört nur in erfahrene Züchterhände,der genau weiß,was er tut.

    LG Sandra

  9. #39
    klunki
    Fledermaus-Mama Avatar von klunki
    Vorname
    Juanita
    Dabei seit
    16.06.2008
    Beiträge
    3,867
    Ort
    Ingolstadt
    Katzen
    2
    Katzenrassen
    Siam / OKH
    vielleicht habt Ihr ja wirklich recht - ach menno, ich weiß es einfach nicht............

    nur wenn ich in den letzten Jahren bei Bekannten auf richtig schlimme gesundheitliche Probleme ihrer Katzen gestoßen bin, war es halt fast immer so, dass ich in den Stammbäumen Doppelnennungen gefunden habe und wenn man sich dann - leider wie oft zu spät - über die Eltern- oder Großelterntiere oder Geschwister informiert hat, hat man immer wieder erfahren müssen, dass sie auch stark unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu leiden haben

    Es ist sooooo schwer zu erkennen, wer seine Linien wirklich kennt und auch rigoros potentielle Gefahren ausmerzt und wer aus optischen Gründen Risiken eingeht, die einfach unverantwortlich sind.

    Ich will nicht abstreiten - dazu fehlen mir auch echt die nötigen Detailkenntnisse - dass es tatsächlich Gründe geben mag, Rückverpaarungen durchzuführen. Und ja - ich kann mir auch vorstellen, dass es Züchter gibt, die ihre Tiere lieben und ihre Verantwortung ernst nehmen und trotzuem dieses Mittel - sehr sorgfältig abgewogen - wählen. Aber mal ehrlich - was wissen wir denn am Ende wirklich von den Auswirkungen? Wie oft musste ich - bei Fragen nach der Lebenserwartung moderner Siamesen - hören, dass die Züchter früher oder später den Kontakt zu den Käufern verlieren und mir nicht sagen konnten, ob ihre Kitten noch leben oder woran sie - ggf. - gestorben sind. Woher wollen wir denn unter diesen Umständen wirklich wissen, wie sich Rückverpaarung oder Linienzucht auf die Gesundheit und die Lebenserwartung auswirkt?

    Außerdem gibt es leider halt auch die viele Züchter (?), die - um einen bestimmten Typ zu verstärken - Risiken nicht wahr haben wollen und es, trotz unguter Indikationen, einfach riskieren.

    Wenn man doch nur in die Köpfe der Züchter reinschauen könnte..................

    Ich persönlich hätte jedenfalls bei Tieren mit Inzuchtkoeffizienten zuviel Angst vor gesundheitlichen (spät?)Schäden als dass ich mich trauen würde, ein solches zu kaufen.

    @Gesine: ich weiß ja nicht, ob es die Möglichkeiten eines Forumsbeitrages sprengt - aber könntest Du mal ein wenig näher beschreiben, wie Du das mit der Risikoäbwägung in Deiner Zucht machst? Wie kommt man zum "kennen der eigenen Linien"? Wie viele Jahre (oder Würfe?) braucht man dazu - wie eng muß der Kontakt zu den Kitten-Käufern über Jahre sein?

    Eine wirklich sehr hilfreiche und interessante Diskussion - ich find das toll und unheimlich lehrreich

    Liebe Grüße

    Juanita

  10. #40
    Edain
    Kopfkissenverteidiger Avatar von Edain
    Vorname
    Gesine
    Dabei seit
    07.06.2008
    Beiträge
    129
    Ort
    47804 Krefeld
    Katzenrassen
    Siamesen und Orientalisch Kurzhaar
    Verein
    1.ITAVC
    Juanita, ich denke wirklich, dass es das Volumen eines Forumbeitrages sprengen würde.
    Da können wir uns gerne mal so drüber unterhalten telefonisch z.B.

    Grundsätzlich denke ich, dass vieles seine Zeit braucht und leider die Wenigsten die nötige Geduld haben, um auf etwas hin zu arbeiten. Ich weiß von mir selber, wie schwer das fällt, aber es lohnt sich - egal welches Ziel man verfolgt. Schneller Erfolg wird meist teuer bezahlt, langsame Wege werden zudem oft noch belächelt.

    Es dauert seine Zeit und klar im Vorteil ist, wer ZüchterFREUNDE hat, die einen unterstützen und wirklich offen und ehrlich über alles reden - da kommt dann gleich mehr Erfahrung zusammen, als man alleine zusammentragen kann. Das hilft ungemein...

  11. #41
    Tinkerbell
    Tapetenkratzer Avatar von Tinkerbell
    Vorname
    Andrea
    Dabei seit
    06.04.2008
    Beiträge
    213
    Ort
    NRW
    Katzen
    8
    Katzenrassen
    EKH, Hlg. Birma, Coonies
    Ich denke nicht das Juanita irgend jemand persönlich angreifen wollte.

    Es gibt immer gute und schlechte Züchter. Die Zucht ist immer mit Vor- und Nachteilen verbunden. Es gibt aber auch gewissenhafte Züchter. Meine Maine Coon Katze Tasha stammt aus einer Zucht in Duisburg, die ich persönlich noch nicht einmal kenne, da mir die Katze durch die vorherige Besitzerin aus persönlichen Gründen "übereignet" wurde. Ich besitze jetzt diese Katze seit über 2 Jahren und bis auf Impfung hat diese Katze noch nie einen TA gesehen. Die ist mehr als topfit. Aus dieser Zucht sind aber schon einige sehr alte Tiere hervorgegangen. Also nicht jeder Züchter ist schlecht und eine Rassekatze kann auch sehr alt werden.

    LG Andrea
    Geändert von Tinkerbell (24.09.2010 um 23:28 Uhr)

  12. #42
    Die_Wilden
    Kitticat-Kenner
    Dabei seit
    21.06.2007
    Beiträge
    994
    Katzen
    VIELE
    Katzenrassen
    MAINE COON,Türkisch Angora,German-Rex,EKH mit Papieren,Thai u.jede Menge EHKs die keiner mehr haben
    Verein
    DERVDKEV
    Edain,
    du hast recht,was die Zeit angeht,ehe man bei der Zucht etwas erreicht.

    Ich habe sage u.schreibe 10 Jahre gebraucht,ehe ich mein Zuchtziel erreicht hatte.
    Dabei habe ich mir aber ein dickes Fell zulegen müssen,
    was die Kommentare u.Anmache der anderen anging.
    UND was sehe ich jetzt???????????
    Fast auf allen HPs steht nun -Zucht nach alten Linien------------

    Da ich vorher jahrelang Isländer gezüchtet habe,wusste ich aber,auf was ich mich da eingelassen habe.

    Ich freue mich immer,wenn ich ,meistens an Wheinachten,Fotos u.Briefe von den Besitzern meiner Kitten bekomme.
    Es sind auch liebevoll gestaltete Kalender dabei,mit den passenden Bildern.
    Es ist immer schön zu hören,dass sie noch alle gesund u.munter sind.

    Natürlich waren meine am Anfang nicht soooooooooooo gross wie jetzt,aber da ich mit Foundationmüttern angefangen habe,ist das nur logisch.
    Allerdings leben die noch alle hier u.brauchen keinen TA, ausser zum Impfen.

  13. #43
    Dinah
    Samtpfote
    Vorname
    Heidrun
    Dabei seit
    30.06.2010
    Beiträge
    282
    Ort
    Köln
    Katzen
    5
    Katzenrassen
    Thai, Kurz- und Halblanghaar
    Verein
    Deutsche Edelkatze
    Dass es Zeit, Geduld und auch "Linienzucht" braucht um etwas Ausgefallenes/Neues zu erreichen, kann ich bestätigen und auch dass sorgfältiges, überlegtes Vorgehen erforderlich ist.

    Den Begriff Inzest kenne ich nur im Zusammenhang mit sexuellen Beziehungen zwischen sehr eng verwandten Menschen (z.B.Geschwister, Vater/Tochter) , während Inzucht ein Begriff aus der (Tier)zucht ist, und sich auf Vererbung bzw. Genetik bezieht.

  14. #44
    Lucie
    Kopfkissenverteidiger Avatar von Lucie
    Vorname
    Sylvia
    Dabei seit
    03.09.2010
    Beiträge
    87
    Ort
    Hunsrück
    Katzen
    1
    Katzenrassen
    Sibirer
    Verein
    Deutscher Collie Club e.V.
    Zitat Zitat von Dinah Beitrag anzeigen
    Dass es Zeit, Geduld und auch "Linienzucht" braucht um etwas Ausgefallenes/Neues zu erreichen, kann ich bestätigen und auch dass sorgfältiges, überlegtes Vorgehen erforderlich ist.
    Ich lese hier fasziniert mit. Von Katzenzucht habe ich überhaupt keine Ahnung, von Hundezucht ein kleines bißchen mehr. Dort ist die Linienzucht das Normale und ein Outcross verschafft einem über den Heterosis-Effekt etwas Einzigartiges. Sind die Rassekatzen denn so eng miteinander verwandt, daß es zu Inzuchtdepressionen kommen kann?

    neugierige Grüße

    Lucie

  15. #45
    Die_Wilden
    Kitticat-Kenner
    Dabei seit
    21.06.2007
    Beiträge
    994
    Katzen
    VIELE
    Katzenrassen
    MAINE COON,Türkisch Angora,German-Rex,EKH mit Papieren,Thai u.jede Menge EHKs die keiner mehr haben
    Verein
    DERVDKEV
    Kommt drauf an.
    welche Rasse,welche Züchter usw.

    Wenn nur noch wenige Zuchtiere übrig sind u.man die Rasse erhalten will,bleibt einem nicht viel anderes übrig ausser-
    man kreutzt ähnliche Rassen ein u.meldet eine Experimentalzucht an,was man auch machen muss,wenn man neue kreieren will.

    Denke aber,
    darüber wurde hier schon alles wesendliche geschrieben u.dass sowas nur in erfahrende Hände gehört ist wohl jedem klar.

+ Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 1 2

Ähnliche Themen

  1. Welche" witzigen" Macken haben eure Katzen?
    Von Lupo im Forum Erziehung, Verhalten, Zusammenführung von Katzen, Umzug und Reisen
    Antworten: 121
    Letzter Beitrag: Gestern, 18:19
  2. "Billig Nassfutter", gut oder nicht??
    Von Jeannie2284 im Forum Ernährungsratgeber, Trinkanimation und Rezepte für die Katze
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 10.11.2011, 07:58
  3. Wie "Mann" sich das Leben schwer macht...
    Von steffyy im Forum Stammtisch
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 06.03.2011, 16:11
  4. Die "Nebenwirkung" vom Eigelb-Menü "Lala"
    Von Stefan im Forum Fotos Eurer Katzen
    Antworten: 27
    Letzter Beitrag: 20.09.2010, 12:25
Partner: Tiermarkt.net