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Habe ich meine Katze getötet?

  1. #1
    FRPO
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    Habe ich meine Katze getötet?

    Ich habe immer schon Katzen geliebt und vor über 16 Jahren dann entschieden, dass ich unbedingt eine solche zu mir holen will. Ich wollte auch noch was gutes tun und bin deshalb nicht zu einem Bauern gefahren, um mir die schönste und liebste Katze auszusuchen, sondern ins Tierheim. Dort habe ich mich dann in ein Katzenbaby verliebt, das aber sehr ängstlich und traumatisiert war. Lt. Aussage des Tierheimes haben Sie das kleine Kätzchen von einem Bauernhaus geholt, weil Jugendliche dort mit dieser armen Kreatur Fußball gespielt haben. Ihr Kehlkopf war zertrümmert und sie bekam nur ein leises Brumme raus. Das Leid konnte man in ihren Augen sehen und das Baby tat mir so unsaglich leid, dass ich es gleich mitnehmen wollte.
    Das Tierheim hatte zwar ein paar Bedenken, da ich natürlich auch berufstätig bin, deshalb bekam ich das Kätzchen erst mal auf Probe mit, mit der Auflage, dass das Tierheim regelmäßig vorbeikam, um nach der Kleinen zu sehen.


    Die ersten Tage waren die Hölle, für das kleine Kätzchen und für mich. Es verkroch sich durch die Öffnung unter dem Herd ganz nach hinten und drückte sich verängstigt in die hinterste Ecke, wo ich auch niemals reingekommen wäre. Ich lag jeden Tag stundenlang auf dem Fußboden und habe mit Cindy, so habe ich Sie getauft, gesprochen, ihr gut zugeredet und versucht, Vertrauen aufzubauen. Manchmal steckte ich auch etwas meine Hand rein, damit sie vielleicht meinen Geruch aufnehmen kann, aber da wurde sie nur noch verängstigter. Ich demontierte vorsichtig eine Fußleiste der Küchenkästen und stellte ihr mehrmals täglich immer was frisches zum Essen und trinken rein, was sie aber nicht anrührte. Ich war verzweifelt und den Tränen nahe, denn wie es aussah, konnte ich nicht zu Ihr durchdringen. Ich wollte auch nicht, dass sie leidet oder einfach verhungert, nur weil ich es aus Ihrer gewohnten(?) Umgebung im Tierheim herausgerissen habe.
    Ich telefonierte sehr oft mit dem Tierheim und war kurz davor, dass ich mir eingestehen mußte, dass ich mich wohl übernommen habe und das Tier durch mich jetzt noch mehr leidet! Ich wollte es aber auch nicht einfach wieder abschieben und war emotional sehr zerrissen. Ich habe uns dann eine Frist von ein paar weiteren Tagen gegeben, und wenn sich dann keine Besserung eingestellt hätte, hätte ich wohl zum Wohl meiner kleinen Cindy wieder das Tierheim verständigt, da das vielleicht das beste für Sie gewesen wäre.


    Schier in der letzten Nacht vor Ablauf dieser Frist lag ich wieder mal schlaflos im Bett, als ich plötzlich leises Getappe auf dem Laminaten-Fußboden vernahm. Ich bewegte mich nicht und beobachte mit zusammengekniffenen Augen, wie sich der kleine Knäuel sehr langsam und vorsichtig durch das Zimmer bewegte. Sie schnupperte gelegentlich an der Einrichtung, schlich fast liegend auf dem Boden umher und ich konnte sie beobachten, wie sie ihre Umgebung erkundete. Ich war überglücklich und sah einen Lichtblick am Horizont, dass ich meiner Cindy wirklich was gutes tun kann und ihr helfen kann, sich wieder ihres Leben zu erfreuen.


    Natürlich ging das nicht von heute auf morgen, anfangs verkroch sie sich sofort wieder, wenn ich in der Nähe war, aber ich legte ihr über die ganze Wohnung verteilt, in kleinen Nestern Katzennahrung und Wasser hin, in der Hoffnung, dass sie was davon annahm. Es war ein Highlight, als ich hörte, wie sie einen nach dem anderen Katzenkeks verdrückt, sie müsste ja schon einen Mordshunger haben! Die Lage verbesserte sich täglich, dennoch war sie sehr scheu und deshalb habe ich sie auch nie auf den Arm genommen oder irgendwie bedrängt. Mein Gedanke war, dass SIE entscheidet, inwieweit sie mir vertraut und wie nah sie mich an Sie heranläßt. Es vergingen Wochen und Monate und auch wenn die Fortschritte sehr gering waren, meine Katzendame fühlte sich zunehmens wohl und wurde immer zutraulicher. Eines Morgens wachte ich auf und sah, dass sie sich am Ende meiner Füße, ganz nah bei der Kante zusammengerollt hingelegt hatte. Ich traute mich gar nicht, mich zu bewegen, aber als ich aufsah, trafen sich unsere Blicke und ich meinte etwas Dankbarkeit in ihren Augen zu erkennen.


    Unsere Beziehung vertiefte sich immer mehr, auch wenn sie Fremden gegenüber immer scheu blieb und nur mich als Bezugsperson akzeptierte. Sie bekam von klein auf jeden Morgen einen Napf mit frischem
    Wasser, einen mit Katzenfutter aus der Dose und ergänzend einen weiteren mit qualitativ hochwertigem Trockenfutter. Sie war auch so gescheit, dass sie sich ihre Nahrung über den Tag einteilte und immer was zum Fressen hatte. Vorzu bekam sie dann einen großen Kratzbaum, Spielzeugmäuse und zahlreiches Equipment, was man eben so als Katze gern um sich hat. Sie tollte durch die Wohnung, tröstete mich, wenn es mir mal nicht so gut ging und leistete mir immer Gesellschaft. Wenn ich auf dem Sofa beim Fernsehen war, lag sie dicht bei mir, am Schreibtisch lag sie bei meinen Füßen im Körbchen und wenn ich schlief, bewachte sie die Wohnung.


    Ich habe meine Cindy jetzt schon über 16 Jahren und sie war nie krank oder hatte irgend welche Anzeichen, dass ihr was abgehen sollte. Das Tierheim war auch öfters da und sie waren sehr erleichtert, dass sich Cindy anscheinend wieder von ihrem Trauma erholt hatte. Die letzten Jahre, auch altersbedingt, war meine Katze zwar immer noch eine Rakete beim Spielen, aber eben ging das nicht mehr stundenlang wie früher, sondern wenn sie genug hatte, legte sie sich neben mich und schlief schnurrend ein. Sie wußte auch genau, dass sie zB am Tisch nicht betteln darf und auch manche Möbel für Sie tabu waren (auf dem Esstisch zB), was auch nie ein Problem war. Sie war gut erzogen und wußte genau, was ich nicht so gerne habe. Irgendwann wurde sie dann beim Essen heikel und "beschwerte" sich immer, wenn sie mal eine Dose bekam, die sie nicht so gern mochte. Es gab jeden Tag eine andere Essensbasis und nach vier Tagen begann der Kreislauf wieder von vorne. Am Abend bekam sie auch immer ein Leckerlie und bei besonderen Anlässen sogar etwas sehr exklusives. Es war auch nicht immer das selbe Produkt, dass sie plötzlich nicht mehr mochte, sondern einmal war es kein Problem und sie verschlang alles bis auf den letzten Bissen, bei der nächsten Runde schnupperte sie daran und ging dann wieder weg. Am Anfang dachte ich, dass mit dem Futter was nicht stimmte, weshalb ich es sogar umtauschte, aber es war wohl mehr eine Laune ihrerseits, dass sie etwas aufmüpfig wurde. Sie hatte ja wirklich sehr abwechslungsreiche Nahrung, deshalb habe ich es ihr auch trotz Aufmüpfigkeit stehen gelassen und am nächsten Morgen war es auch brav aufgegessen.
    Ab und an verschlang sie es dann sogar so schnell, dass sie sich kurz danach gleich wieder übergab und alles auf dem Boden entlud. Das war aber immer, nachdem sie sich ausgiebig geputzt hatte und auch Haare mit gegessen hatte. Sie bekam dann Katzengras , was sie auch sehr mochte. Trotzdem übergab sie sich ab und zu, vor allem, wenn wieder mal was in der Schüssel war, das sie nicht so gerne mochte. Es war aber wohl mehr eine Trotzreaktion, mit der sie sich gegen die Speisekarte wehren wollte. Ich blieb dabei aber immer hart, sie hatte ja auch immer frisches Trockenfutter, dass sie als Ergänzung schnabulieren konnte und zu sehr wollte ich sie auch nicht verwöhnen, denn irgendwann hat sie alles durchprobiert und bleibt trotzdem unzufrieden?


    Zwischenzeitlich war ich auch einige Zeit immer wieder im Ausland beruflich unterwegs und nur am Wochenende da, aber meine Eltern kümmerten sich dann im gemeinsamen Haus immer um Sie und es war auch nie ein ersichtliches Problem. Wenn Sie mein Auto hörte, wartete sie schon hinter der Tür und hatte auch schon ihre Spielzeuge alle säuberlich aufgereiht, um gleich damit spielen zu können.


    Ihre Trotzreaktionen blieben aber auch immer bestehen, mal war monatelang alles bestens, dann übergab sie sich fast täglich, vor allem, wenn sie sah, dass ich wieder meinen Koffer packte. Der TA meinte aber, das sei nur ein Kopfproblem und hat keine gesundheitlichen Gründe.


    Seit Anfang des Jahres bin ich wieder jede Nacht zu Hause und meine Katze genoß das sichtlich. Plötzlich begann sie aber, ihre Erziehung zu "vergessen", sie sprang immer wieder auf den Tisch (wenn ich kurz den Raum verließ) und wenn ich wieder reinkam, flüchtete sie schnell wieder. Sie wußte also ganz genau, dass sie das eigentlich nicht darf, trotzdem fanden diese Trotzreaktionen immer öfter statt. Ich schmollte dann ab und zu mit ihr und dann drückte sie sich auch wieder reumütig an mich und "entschuldigte" sich schnurrend, indem sie mir eine ihrer Spielzeuge übergab.


    Trotzdem wurden diese "Aussetzer" häufiger und manchmal übergab sie sich sogar in den Futtertrog, den ich dann sofort entfernte. Frisch aufgefüllt hatte ich ihn dann aber nicht, denn einerseits hatte sie ja immer auch Trockenfutter da, andererseits wollte ich sie nicht zu viel verwöhnen, eine gewisse Abwechslung bei der Nahrung ist ja sicher ganz gut für sie. Immer nur Hühnchen wäre ja auch nicht gut.


    In den Wintermonaten rollte sie sich immer in ihrer Kuscheldecke ein und im Sommer lag sie wie umgefallen auf dem kühlen Fußboden und schlief dort so. Sie sprang aber immer auf, wenn ich das Zimmer betrat und lief mir zwischen die Füße, wenn ich umherging, war also nach wie vor sehr auf mich fixiert.


    Vorletzte Woche sprang sie dann wieder auf den Tisch und bediente sich sogar bei meinem Essen, während ich auf die Toilette mußte. Ich schimpfte ein wenig und ihrem Blick konnte ich entnehmen, dass sie genau wußte, dass ich das nicht gut fand. Am Folgetag versuchte sie es dann wieder und ich schimpfte sie erneut. Zuerst dachte ich, dass sie nur Aufmerksamkeit erregen will oder sie noch Hunger hat, aber sie hatte in jedem ihrer Näpfe noch was drinnen, also schrieb ich es wieder ihrer manchmal auftretenden Trotzreaktion zu. Als sie dann am Folgetag wieder dabei erwischte, schimpfte ich sie wieder und verbannte sie in ihr Katzenkörbchen, wo sie sich auch (enttäuscht?) einrollte und dann einschlief.Am nächsten Tag war erneut die gleiche Situation und ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, dass ich sie erneut schimpfen mußte. Sie ging dann auch gleich wieder (freiwillig?) in Ihr Körbchen und schmollte. Als sie dann am nächsten Tag wieder an meinem Essen war, mußte ich sie wieder schimpfen und habe dann selbst (das erste mal) mit ihr geschmollt. Ich ignorierte, wenn sie schnurrend bei meinen Füßen rumtanzte und tat so, als würde ich sie nicht beachten. Es tat mir sehr weh, aber mein Gedanke war, dass sie sich dann sicher mehr "bemühen" würde und um meine Zuneigung kämpfen würde, was auch in der folgenden Nacht der Fall war.


    In der Früh nach dem Aufstehen lag sie auch wieder seitlich auf dem Fußboden vor der Tür, weil es eben wieder eine sehr warme Sommernacht war. Aber als ich die Tür aufmachen wollte, sprang sie nicht, wie immer, sofort auf, sondern blieb erst mal liegen. Ich redete dann mit ihr und streichelte sie ein wenig. Sie stand dann plötzlich auf und ging von mir weg, dabei torkelte sie aber und fiel immer wieder zur Wand. Sie taumelte so entlang der Mauern bis zu ihrem Körbchen, stolpert halb hinein, fiel um und ihr Kopf ragte über den Korbrand hinaus. Ich eilte zu ihr, da rappelte sie sich aber auch wieder auf, torkelte noch ein paar Schritte und verkroch sich in das Häuschen am Fuße ihres großen Kratzbaumes ins hinterste Eck, was sie bislang noch nie getan hatte.


    Sie lag in dem dunklen Häuschen und atmete ganz ruhig. Ihr Kopf lag auf dem Boden, aber sie krampfte auch nicht, sondern lag nur so da. Ich bekam einen Riesenschreck und lief sofort zu meinen Eltern. Als wir dann ins Zimmer kamen, lag sie immer noch so wie vorher, ihr Schwanz ragte aber aus dem Häuschen raus und als ich ihn leicht berührte, gab sie keine Reaktion. Sie atmete zwar ganz normal, aber lag immer noch so da, wie vorher. Ich telefonierte sofort mit dem Notdienst, aber da am Samstag nur ein TA in meinem Bezirk Dienst hatte, war dieser ausgelastet und teilte mir mit, dass er erst am Abend Zeit hätte.


    Da habe ich sofort mit der Tierklinik telefoniert und um gefragt, ob ich vorbeikommen darf. Um Cindy nicht zusätzlich durch das "Umladen" in die Transportboxen zu stressen, haben wir einfach den Kratzbaum schnell zerlegt und sie vorsichtig so im Auto in die Klinik gefahren.


    Auf de OP-Tisch wurde ihr dann Blut entnommen, eine NaCl-Infusion gelegt und währenddessen das Blutbild ausgewertet. Die TA nahm zuerst an, dass sie ein Leberversagen hatte, was der Befund aber nicht untermauerte. Ihre Werte waren alle perfekt und keine Abnormaltität ersichtlich. Sie wurde auch noch geröntgt, um einen Tumor auszuschließen und auch Schilddrüse, Pupillen, Ohren und Gebiss wurde von der TA eingehend untersucht...ohne Ergebnis! Cindy bekam dann noch einen zweiten Tropf und sie verlor währenddessen sehr viel Haare. Die TA meinte, das sei stressbedingt und müsse nix heißen. Die TA meinte dann noch, dass ihr Schwanz eigentlich wärmer sein sollte und auch die gemessenen Körpertemperatur war unter dem Durchschnitt. Ich streichelte sie die ganze Zeit und redete mit ihr, wenngleich ich auch nur mehr ein Schluchzen herausbekam. Cindy schnurrte dabei aber nicht mal, aber sie sah mich unentwegt an und blinzelte ab und zu mit den Augen. Sie lag flach auf dem OP-Tisch und ich leidete mit ihr. Ich bekam auch nicht mehr viel mit, was die TA zu mir sagte. Sie horchte ihr Herz ab und meinte, dass sie mit dem Bauch (atmet) und das nicht normal ist. Ihr Herz war aber in Ordnung, zumindestens habe ich das so verstanden. Es war also kein Grund ersichtlich, was ihr fehlt und als ich der TA das Alter meiner Cindy mitteilte, meinte sie schmunzelnd "naja, bei dem Alter kann das schon sein". Ich war so fertig, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte und meine Cindy so hilflos da lag und mich nur ruhig anschaute.


    Die TA meinte, dass eine Katze normalerweise nach zwei Flaschen schon etwas aufgepeppt sein müßte, aber meine Cindy lag immer noch unbeweglich da, der Vitamincocktail schien also nicht bei ihr zu wirken. Sie zuckte zwar manchmal mit den Füßchen, als wollte sie aufstehen, aber sie bewegte diese nur im Liegen, ihr Köpfchen hebte sie dabei nicht vom Tisch. Die TA meinte dann, dass sie Cindy mit einigen Spritzen wieder hinbekommen könnte, sie mir aber gleich mit Bestimmtheit sagt, dass ich spätestens nach zwei Tagen wieder bei Ihr stehen werde. Sie könne es also machen, damit ich noch zwei Tage mit den Gedanken anfreunden kann, dass sie sich auf den letzten Weg macht, aber bessern wird sich dabei nichts!
    Ich meinte dann, dass meine Katze wichtiger ist, als das, was ich denke und Cindy im Vordergrund steht. Sie machte eine kurze Pause, bevor Sie mir dann sagte, dass es dann besser sei, wenn sie ihr gleich die Spritze gäbe. Ich weinte Rotz und Wasser und wußte nicht mehr, was ich für meine geliebte Katze tun kann, nur eben, dass sie keinesfalls leiden sollte. Die TA ließ mich dann mit Cindy ein paar Minuten alleine, damit ich mich von Ihr verabschieden könne. Ich streichelte sie und redete unentwegt mit ihr, während sie mich nur ab und zu ansah, aber nicht bewegte.


    Die TA spritze ihr zuerst eine kleine Menge eines Schlafmittels und erst danach wäre die zweite Spritze gesetzt worden, aber schon einige Sekunden nach der ersten Spritze hörte das Herz meiner Cindy auf, zu schlagen. Ihre Augen waren zwar noch offen, aber ihr Blick wurde starr und ich wußte, dass sie nun im Regenbogenland war.


    Denn gestrigen Tag habe ich nur weinend verbracht und die Stille und Leere in meiner Wohnung haben es mir auch nicht gerade leichter gemacht. Heute geht es mir auch nicht wirklich besser, aber jetzt kommt noch dazu, dass ich mir massive Vorwürfe mache. Habe ich meinem kleinen Kätzchen durch mein "Ignorier-Strafmaßnahme" das kleine Herzchen gebrochen und dadurch umgebracht? Warum mußte sie eingeschläfert werden, obwohl kein ersichtlicher Grund, wie ein Tumor oder Organversagen dafür befundet werden konnte? Habe ich meine geliebte Cindy umgebracht, nur weil ich beweisen wollte, wer hier das Sagen hat?


    Ich will keine Absolution von jemand bekommen oder als Katzenmörder hingestellt werden, aber es zerreißt mich, dass ich vielleicht die falsche Entscheidung getroffen habe und es vielleicht noch eine andere Möglichkeit gegeben hätte. Das Torkeln scheint ja durch die Störung des Gleichgewichtssinn entstanden zu sein, aber vielleicht hätte es ja Medikamente dafür gegeben bzw. wäre eine zweite Meinung eines anderen TA gut gewesen. Aber der zuständige TA wäre erst am Abend gekommen, meine Cindy hätte also einen ganzen Tag leiden(?) müssen, deshalb habe ich der TA in der Klinik Glauben geschenkt. Vielleicht macht es auch keinen Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, da es ja ohnehin keinen Weg mehr zurück gibt, aber ich will vielleicht einfach rausfinden, ob ich ein schlechter Mensch bin und es von Anfang an falsch war, mir ein kleines Katzenleben anzuvertrauen?

  2. #1
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    Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.

  3. #2
    Tyrion
    Streuner Avatar von Tyrion
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    Puh,
    mir kamen die Tränen, ich weiß was Du durchmachst. Ich habe unsere Luna einen Tag vor ihrem 1.ten Geburtstag einschläfern lassen. Gut, die Laborwerte waren plötzlich nicht o.k. und eine Besserung wäre, lt. TA, nicht eingetreten.

    Wir müssen in solchen Situationen einfach den Tierärzten vertrauen. Denn eines ist klar, wir wollen alle unsere Lieblinge nicht leiden lassen. So hart es jetzt klingen mag, Deine Cindy hat ein schönes Alter erreicht. War immer gesund und hatte in Dir das beste Frauchen gefunden, was sie hätte kriegen können bei den Voraussetzungen.
    Da sie nie krank war, wäre sie jetzt mit einem Leiden vllt. auch nicht so klar gekommen und keiner kann sagen ob sie sich nicht schon unwohl gefühlt hat, auch wenn sie es noch gut verstecken konnte.

    Du hast NICHTS falsch gemacht. Sie hatte ein gutes Leben und ist Dir dankbar.

    Gruß
    Caro

  4. #3
    kasimir01
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    Da kann ich mich nur anschließen. Deine Cindy hat ihr schönes Leben bei Dir gelebt, vermutlich war sie einfach am Ende ihres Lebens angelangt und nichts hätte sie am Leben erhalten können. Alle Versuche wären vermutlich nur Quälerei für sie gewesen. Du hast ihr gesamtes Leben lang gut für sie gesorgt, sie behutsam aus ihrem Trauma geholt und sie verwöhnt. Am Ende bist Du Deiner Verantwortung, sie nicht leiden zu lassen, gerecht geworden. Mehr konntest Du für Cindy nicht tun. Dass Du mit ihr geschmollt hast, hat mit ihrem Tod nichts aber auch gar nichts zu tun. Ich kenne diese Vorwürfe nur zu gut, hat man es richtig gemacht, hätte man nicht noch warten sollen, andere TÄ konsultieren, ist man manchmal nicht nett gewesen etc., etc. Nein, Cindy hat ein wunderschönes Leben bei und mit Dir gehabt und ich würde Dir jederzeit wieder eine Katze anvertrauen.
    Ganz liebe Grüße
    Christa

  5. #4
    FRPO
    Kitticat-Entdecker Avatar von FRPO
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    Danke Ihr Loeben!

    Es tut mir gut, was Ihr dazu beitragt und wie Ihr mitfühlt! Das, was mich so verzweifeln läßt, ist, dass ich vielleicht schon früher reagieren hätte können, wenn ich nicht mit ihr geschmollt hätte, sondern sie stattdessen einfach gestreichelt hätte...
    ich habe Sie also genau in dem Moment im Stich gelassen, als Sie es am dringendsten gebraucht hätte und das kann ich mir einfach nicht verzeihen...

  6. #5
    FRPO
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    Danke für Eure tröstenden Worte! Ich weiß, dass das Sterben nunmal zu jedem Leben dazu gehört und auch wenn es noch so schmerzt, es führt eben kein Weg daran vorbei. Dass auch mein kleines Kätzchen älter wird und irgendwann diese unausweichliche Situation eintreten wird, war mir auch klar. Und auch wenn die Frage nach dem "Warum" wohl keiner sicher beantworten kann, mache ich mir trotzdem Gedanken, ob ich daran schuld bin. Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist, ob ich durch meine Strafe, Sie die letzten Tage merken zu lassen, dass Sie was angestellt hat, letztlich zum Verlust Ihres Lebenswillen geführt hat. Ich habe Sie einfach nicht beachtet, nicht gestreichelt und auch nicht mal mit Ihr geredet. Sie durfte nicht mal zu meinen Füßen schlafen und auch "Belohnungs-Leckerlie" hat Sie keines bekomme. Und da ich nunmal Ihre einzige Bezugsperson bin, Sie immer zu mir aufgeschaut und mir immer bewiesen hat, dass Sie mich lieb hat, könnte das doch bei Ihr etwas ausgelöst haben, dass Sie aufgeben und Ihren Lebenswillen verlieren ließ?
    Mir ist schon klar, dass jede Katze einen eigenen Willen hat, aber meine Cindy war durch ihre Vorgeschichte so fixiert auf mich, da Sie eben nur mich hatte. Und dann verstoße ich Sie, sodass Sie ganz alleine auf sich gestellt ist...und das tut mir unsagbar weh!

    Ich habe auch nochmal meine TA aus der Tierklinik angerufen, da ich bei unserem letzten Besuch durch meinen Zustand nicht gerade viel mitbekommen habe und alles irgendwie wie in Trance erlebt habe. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, warum wir eigentlich diese letzte Entscheidung getroffen haben. Meine TA hat dann eben noch mal alles Fakten auf den Tisch gelegt. Es gab keine kritischen Daten beim Bluttest, Organe waren auch ok, sogar ein Röntgen zeigte nichts ungewöhnliches. Einzig die Haare sind Ihr am OP-Tisch massiv ausgegegangen und Sie verlor auch ein ganz klein wenig Stuhlgang. Aber ich kann mich noch erinnern, wie wir einmal umgezogen sind und Sie um keinen Preis in die Transportbox wollte. Sie flüchtete quer durch die Wohnung und erst als Sie entkräftet sich in eine Ecke kauerte, konnte ich Sie behutsam in die Box tragen. Ich hatte damals sogar geweint, weil sie mir so unsagbar leid tat. Während der kurzen Fahrt hat Sie auch Haare verloren, Ihr kleines und großes Geschäft in der Transportbox abgesetzt und war auch noch für Stunden total entkräftet und fertig. Und vielleicht war Sie ja auch dieses Mal schon vorher durch meine Ignoranz enttäuscht, hat Ihren Lebenswillen verloren und war dadurch schon entkräftet? Und dann noch die stressige Autofahrt in der Box, dass Ihr den Rest gegeben hat?

    Da wäre es für mich verständlich, dass Sie nicht mal auf die NaCl-Infusion und einer zweiten mit Vitaminen reagiert. Meine TA meinte hingegen, dass Cindy dadurch schon etwas mehr Energie und zumindestens das Köpfchen heben hätte müssen...oder zu versuchen, aufzustehen. Cindy hat auch ein paar mal mit Ihren kleinen Beinchen geschlagen und wirklich versucht, aufzustehen...aber das Köpfchen blieb dabei am Tisch liegen und wir mußten Sie festhalten, damit Sie nicht vom Tisch fiel. Die TA meinte dann, dass Cindy Probleme mit dem Herz-Kreislauf hätte und auch wenn Sie wieder "hinbekommen" würden, ich spätestens nach zwei Tagen wieder bei Ihr sein würde und das dann endgültig sei. Das anfängliche durch die Wohnung Taumeln schrieb Sie ihrer Entkräftung und Kreislaufproblem zu und eben nicht, dass es nervlich oder durch einen Tumor verursacht wurde. Versteht Ihr jetzt meine meine Zweifel?

    Nach der Vitamin-Infusion und dem kurzen "Aufbäumen" lag Cindy auch nur mehr da und ich werde Ihren Blick wohl nie wieder vergessen können: Sie hatte alles um sich herum vergessen und fixierte nur mehr mich. Ihre Augen schienen müde, aber Sie blickte nur mehr in meine tränenden Augen. Sie schien friedlich und entspannt, während ich nicht aufhörte, Sie unentwegt zu streicheln. Ihre Ohren waren gespitzt und ich flüsterte Ihr immer wieder zu, wie lieb ich Sie habe und wie sehr es mir leid tut.
    Und auch wenn ich nichts mehr rückgängig machen kann, bereue ich mein Verhalten zutiefst und dass ich mein wehrloses und so von mir abhängiges Liebchen so enttäuscht und vielleicht sogar umgebracht habe!

  7. #6
    Uschi
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    Du machst Dir jetzt schon Vorwürfe genug, nur Cindy kommt dadurch nicht wieder.
    Man muß sich schon auf die Aussage der Ärzte verlassen und wenn die mir sagen, für meine Katze wäre es am besten, sie würde einschlafen, dann würde ich sie auch gehen lassen.

    Man kann jetzt rätseln und überlegen ob man etwas falsch gemacht hat, oder ob der Tierarzt einem etwas falsches geraten hat.
    Nur Dein Herzschmerz wird dadurch nicht weggehen.

    Denk weiter in Liebe an Deine Cindy, nur dann bekommst Du Deine innere Ruhe wieder.

  8. #7
    Silviana
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    Ich kann meinen Vorschreiberinnen nur beipflichten.Du hast wirklich keine Schuld.Dieses letzte Aufbäumen,ist bei jedem Lebewesen so,und doch hoffen wir,das alles wieder gut wird.
    Doch Deine TÄ hat Dir alles gut erklärt.
    Glaube mir,ich habe dies auch hinter mir.(Es ist sehr lange her,dennoch vergesse ich Susi nie)Und das wirst Du auch nie.Cindy ist immer in Deinem Herzen und hatte es wirklich gut bei Dir.Denke daran,was aus ihr geworden wäre,wenn DU nicht da gewesen wärst.
    Auch wenn es sehr sehr schwer ist. Es ist noch alles so frisch und ich habe ähnliche Erfahrung,mit meiner Freundin,die machte sich auch Vorwürfe wegen ihrerm Tiger.
    Bitte tue das nicht,das hätte Cindy nicht gewollt.Weil man nicht in uns oder in ein Tier hineinschauen kann.Die Anatomie ist serh komplex.
    Vieles kann man nicht erklären oder gar finden.

    Fühl Dich gedrückt und denke immer daran,Cindy zeigte Dir immer ihre Liebe

    Silvy

  9. #8
    Knödel
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    hallo FRPO ,

    Ich gehöre auch zu den überzeugten "Es-wird-gegessen-was-auf-den-Tisch-kommt"-Leuten.
    Das ist auch gut so, weil man im Falle einer Terapie dann besser eine Futterumstellung manchen kann ohne halb durchzudrehen.
    Und es hat auch ganz normale Gründe, daß ich mich von einem Tier nicht psychisch in die Ecke treiben lasse.

    Fütterungshartnäckigkeit und Zuwendung halte ich aber auseinander, außer wärend der Bettelphase, weil das zur Fütterungsphase gehört.

    16 Jahre ist ein ganz normales Sterbealter bei Katzen.
    Sei froh, daß Deine Miez ganz normal an Altersschwäche gestorben ist.
    In der heutigen Zeit müssen sich viele Katzen und Besitzer mit Krankheit und Therapie rumärgern bis zum Tod, das ist auch nicht schön.

    Mit Deiner Miez wurde als Baby Fußball gespielt und das Thrauma brauchte Zeit um sich zu fangen.
    Wenn dann mal etwas quer läuft (sei es Umzug oder der Anfang vom Ende),
    dann weiß man nie, ob das Nervensystem da nicht heftiger reagiert als normal oder eben einfach aufgibt (Spätschäden an Nerven oder Gehirn).

    Sei so gut, mach Dir selbst keine Vorwürfe !!!
    Wir sind Menschen / Lebewesen und keine Roboter.
    Du warst ein Katzenlebenlang überdurchschnittlich STARK !!!
    Wir können uns die Zeitpunkte im Leben nicht aussuchen,
    auch nicht die Zeitpunkte wo wir selbst mal schwächeln.
    Und das Rad der Zeit zurückdrehen können wir auch nicht.
    Denke an die 16 guten Jahre, die waren spitze bei Dir !!!

    Geändert von Knödel (03.08.2016 um 19:48 Uhr)

  10. #9
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    Ich umarme dich und wünsche dir viel Kraft!
    Du hast alles richtig gemacht,mach dir keine Vorwürfe:-( In deinem Herzen wird Cindy ewig leben...

  11. #10
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    Danke für Ihre Geschichte!!Sie ist so seelisch!!Ich wünsche Ihnen stark und mutig zu sein!!

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