Katze in Bramsche-Ueffeln übel angeschossen

  1. Gast4406
    100_2379.JPG Verletzte Tiere sind für Dr. Thomas Hinterding ein gewohnter Anblick, schließlich ist er Tierarzt. Die Verletzung, mit der sich sein eigener Kater dieser Tage nach Hause schleppte, ging allerdings weit über das hinaus, was halt mal so passieren kann. Kater Troll erlitt eine üble Schussverletzung. Im Klartext: Getroffen, aber wer auch immer das getan hat, lag auf jeden Fall ziemlich daneben.
    Am vergangenen Mittwoch hatte Hinterding, der mit seiner Familie in Ueffeln wohnt, seinen Kater Troll zum letzten Mal gesehen. Insgesamt fünf Katzen gehören zum Haushalt, allesamt „Tiere mit Geschichte“, die entweder zugelaufen oder auf sonstige Weise bei der Tierarzt-Familie nach aufwendiger Behandlung geblieben sind.

    Am Samstag tauchte Kater Troll wieder am Haus in Ueffeln auf. Am Bauch stellte Hinterding eine erhebliche Fleischverletzung fest, außerdem hatte das Projektil auch noch das Knie getroffen. Noch am Wochenende operierte Hinterding den Kater, dem es mittlerweile wieder einigermaßen geht.

    „Die Schussverletzung stammt nicht von einem Luftgewehr“, ist sich Hinterding sicher und fragt sich: „Wer läuft in Ueffeln mit so einer Waffe rum und schießt auf Katzen?“ Er ist sich sicher: Weil die Katze mit einem einzigen Schuss an Bauch und Knie getroffen wurde, muss sie gesessen haben, als sie getroffen wurde.

    Dass Jäger wildernde Katzen erschießen dürfen, weiß der Tierarzt natürlich auch. Zur Art der Schussverletzung hat er aber eine klare Meinung: „Es ist die Frage, ob sie gewildert hat, und ein Jäger sollte bei einer sitzenden Katze so treffen können, dass sie nicht mehr wegläuft.“

    Er hofft also, dass es kein Jäger war. Bleibt die Frage danach, wer sonst so etwas tut. Bei der Polizei machte er den Fall bekannt. Nach dem Niedersächsischen Jagdgesetz sind Jagdschutzberechtigte in ihren Jagdbezirken berechtigt, „wildernde Hauskatzen, die sich mehr als 300 Meter vom nächsten Wohnhaus befinden, zu töten“.
    Dasselbe gilt übrigens auch für Hunde, „die sich nicht innerhalb der Einwirkung einer für sie verantwortlichen Person befinden und nicht als Jagd-, Rettungs-, Hirten-, Blinden-, Polizei- oder sonstige Diensthunde erkennbar sind“.

    Hermann Hasemann, Leiter des Hegerings Bramsche, zu dem auch die Ueffelner Reviere zählen, sagt allerdings auch, die hiesigen Jäger gingen „sehr sensibel mit diesem Thema um“, schließlich wüssten sie, dass in vielen Fällen Kinderherzen an den Tieren hingen.

    Er bittet aber auch um Verständnis für die Abneigung, die Jäger gegen wildernde Katzen haben. Gerade jetzt, wo die Vögel wieder zu brüten beginnen, hätten Katzen gute Chancen, die Gelege zu erwischen, die sich ohnehin schon in zunehmendem Maße gegen Marder und Waschbären zu behaupten hätten. Auch Junghasen erwische es häufig.

    Eins sagt Hasemann aber auch in aller Deutlichkeit: Ein Jäger habe die ethische Verpflichtung, wenn er ein Tier anschieße – in der Jägersprache krankschießen genannt –, das Tier anschließend zu töten.

    Wer in Ueffeln auf Troll geschossen hat, wird vermutlich fraglich bleiben. Sicher ist: Der Kater hat Glück im Unglück gehabt – weil er es trotz der starken Verletzung nach Hause geschafft hat, und weil er sich einen Besitzer ausgesucht hat, der das Malheur durch einen Wochenend-Einsatz in eigener Sache beheben konnte.Nur seinen Wohnort musste Troll vorübergehend mal von Ueffeln nach Bramsche in die Gemeinschaftspraxis im Gewerbegebiet Meyers Tannen verlegen. Streicheleinheiten sind aber dort auch schon wieder willkommen.

    Quelle
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