An die Genetikkenner: Leuzismus/ Albinismus

Dieses Thema im Forum "Katzen-Genetik" wurde erstellt von Armitage, 17.05.2010.

  1. #1 17.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2010
    Armitage

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    Hallöchen!

    Ich habe mich gestern in einem (vorrangig liebhaberorientierten) Forum mit einer Userin über das Thema Leuzismus/ Albinismus unterhalten bzw. diskutiert.
    Es ging darum, dass jemand, der einen weißen Kater vom Vermehrer hatte (:rolleyes: ) fragte, ob er noch blind/ taub werden könne.
    Es wurde behauptet, ein Albinogen sei dafür verantwortlich, dass weiße Katzen (und auch nur blauäugige) taub sein können (später: Albinogen und Weißfärbungsgen sei dasselbe).
    Meine Kenntnisse bzgl. Leutizismus/ Albinismus belaufen sich wie folgt:

    Reinweiße Katzen sind in der Regel aufgrund des epistatischen Weißfärbungsgens W weiß.
    "Echte" Albinos sind Katzen mit rosa Augen und diese gibt es kaum oder eben Maskenkatzen wie Siams oder Birmas, bei denen ein Teilalbinismus die Points und blauen Augen hervorruft (bei denen zeigt sich diese Problematik auch nicht).
    Anm.: Es gibt Albinos, die aufgrund des Allels caca weiß und blauäugig sind
    Theoretisch könnte man über das S-Gen weiße Katzen züchten, allerdings mit derselben Problematik, möglicherweise auch über das Inhibitorgen, aber darum geht es mir nicht


    Ist eine Katze (mit einem reinweißen Elterntier) weiß, so besitzt sie im Genpaar (ww), das die Farbe oder
    "Farblosigkeit" angibt, mindestens einfach die Erbanlage für Reinweiß (W). Da dies alle anderen genetischen Merkmale, die eine Katze tragen kann, überdeckt (="epistatisch"), ist die Katze dann reinweiß, was damit zusammenhängt, dass Pigmente nicht gebildet werden. Weiß ist also sozusagen die "Abwesenheit von Farbe".
    Würde man zwei reinweiße Tiere miteinander verpaaren, fielen Junge, die reinerbig weiß (WW) trügen und bei diesen wäre die Gefahr einer Taubheit nochmals um ein Vielfaches größer als bei mischerbig (Ww) weißen Katzen, weshalb Reinweißzuchten hierzulande als Qualzuchen gelten und verboten sind.
    Dieses Weißfärbungsgen birgt ein erhöhtes Taubheitsrisiko.
    Für blauäugige weiße Katzen gilt zudem, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie sowohl Hör- als auch Sehstörungen haben, umso größer ist.

    Desweiteren:

    Weißfärbung und Albinismus/ Teilalbinismus sind (zumindest bei Katzen, wie es sich bei anderen Tierarten verhält weiß ich nicht) tatsächlich verschiedene Gene.
    Gen W: Weißfärbung
    Gen C: Vollfarbe
    Ich persönlich hab noch keine "echte" Albinokatze gesehen, aber meines Wissen gibt es davon nicht sehr viele. Aber - es gibt sie (sowohl blau- als auch rosaäugig).
    Das Weißfärbungsgen ist nachweißlich mitverantwortlich für Störungen des Seh- und Hörvermögens, beim Albinismus (der wie gesagt kaum bzw. so gut wie nie vorkommt) hingegen scheint es diese Problematik hingegen nicht zu geben (oder nur bei blauäugigen Albinos?).

    Wer bis hierher durchgehalten hat mit Lesen, dem danke ich schon vielmals. :D



    Nun zu meinen Fragen:
    Leuzistisch weiße Katzen haben ein erhöhtes Risiko für Hörschädigungen, da möglicherweise Pigmente das Innenohr nicht erreichen, bevor die "Wirkung" des Leuzismus, also die weiße "Farbe" einsetzt. Soweit richtig?

    Bei blauäugigen Katzen, die statistisch gesehen häufiger sowohl an Hör- als auch an Sehströrungen leiden, liegt es daran, dass zudem die Augen kaum pigmentiert werden? Warum bedeutet das, dass sie ein höheres Taubheitsrisiko als leuzistische Katzen mit einer anderen Augenfarbe haben? Und womit hängt die erhöhte Blindheitsgefahr zusammen? Weil bei blauäugigen das Tapetum lucidum fehlen kann?

    Bei blauäugigen Albinos (caca) gibt es die Problematik von Taub- und Blindheit meines Wissens nicht, da der Grund für das weiße Fell und die blauen Augen hier ein anderer ist als beim Leuzismus. Stimmt das? Gibt es hierzu Quellen? Wie verhält sich das bei Albinos mit rosa Augen?
    (davon abgesehen, dass ich noch nie eine Albinokatze gesehen hab :confused: ).

    Es wurde im Laufe der Diskussion ein m.M. weit hergeholter und allgemeiner Bericht aus Wikipedia zurate gezogen, der u.a. das besagte:
    Gilt das auch für Katzen?
    Ich hab noch nie von einer leuzistischen Katze mit rosa Augen gehört. :eek:

    Fragen über Fragen.
    Aber ich hoffe, der eine von euch kann mir die beantworten (und hat auch den Elan dazu). ;-)


    Gespannte Grüße,
    Armitage
     
  2. #1 17.05.2010
    Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
     
  3. #2 17.05.2010
    Philomena

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    Hallo Armitage,

    ich kenne mich leider mit Katzengenetik überhaupt nicht aus, habe aber mal einen Fall gesehen, bei dem beide Elterntiere reinweißes Fell hatten (der eine mit grünen Augen, die andere mit gelben Augen) und unter den Kitten war ein rotes Katerchen dabei. Dann müßten sie doch beide ww gewesen sein, oder?

    Was ich jetzt aber unbedingt nochmal loswerden möchte ist eine Anmerkung zu dem Wikipedia-Cremello-Geschreibsel. Für mich ist ein Cremello kein Albino und er wird wohl auch sonst nicht als solcher angesehen:

    "[FONT=Verdana,Arial][SIZE=-1]Sehr lange wurden Cremellos fälschlicherweise für Albinos gehalten. Die Tatsache, dass sie jedoch einen Rest von Farbe besitzen, schließt dies aus. Außerdem ist bisher kein Gen bei den Equiden gefunden worden, dass Albinos hervorruft.

    [/SIZE][/FONT][FONT=Verdana,Arial][SIZE=-1]Cremellos entstehen, wenn ein Pferd mit der Grundfarbe Fuchs das Cream Gen in doppelter Ausführung besitzt (homozygot). Ein Cremello hat immer helle Haut und blaue Augen. Hat ein Pferd dunkle Haut und Augen, ist es kein Cremello. Das Deckhaar von Cremellos varriert (parallel zu dem von Füchsen) von fast weiß bis zu einem dunkleren crème Ton. Bei sehr hellen Cremellos sind weiße Abzeichen oft nicht mehr zu erkennen oder abzugrenzen. Manchmal kann es sehr schwer sein, einen sehr hellen Cremello von einem maximal weißen Pinto zu unterscheiden. Da allerdings auch für dieses Gen mittlerweile ein Gentest existiert, ist es möglich, die Farbe damit zweifelsfrei zu bestimmen."

    Quelle: farbvererbung.de

    Ich bin gespannt auf die anderen Antworten.

    Liebe Grüße,
    Philomena
    [/SIZE][/FONT]
     
  4. #3 17.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2010
    Armitage

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    Hallo.

    Die Verpaarung zweier weißer Katzen ist hierzulande eigentich verboten, da die Taubheitsgefahr bei deren Jungen viel größer ist als nur bei einem weißen Elternteil und das somit als Qualzucht gilt. Trotzdem können je nachdem ob beide Eltern homo- oder heterozygot sind, auch farbige Junge fallen.
    Ich versuche es mal zu erklären:

    Damit farbige Junge fallen können, müssen beide Elternteile mischerbig (heterozygot) weiß sein, d.h. jeder hat einen weißen und einen farbigen Elternteil.

    Auf jedem Genpaar sitzen zwei Merkmale.
    Im Falle des Weißfärbungsgens also ww/Ww/WW. Nun ist das Gen W epistatisch, d.h. wenn es mindestens ein Mal im Genpaar auftritt, ist die Katze reinweiß. Egal welche anderen farblichen Merkmal die Katze dann "unter dem Pelzchen" (also im Genotyp) trägt, sie erscheint nach außen weiß.

    Verpaart man nun zwei mischerbig weiße Tiere miteinander Ww x Ww erhält man statistisch 25% Jungtiere mit WW (reinerbig weiß, hohe Taubheitsgefahr), 50% Junge mit Ww (mischerbig weiß, tragen aber ohne dass man es sieht noch ne Farbe unter dem Pelz, die sie weitervererben können), 25% Junge mit ww (reinerbig nicht-weiß sozusagen - an ihnen sieht man dann, was sich ungesehen unter dem Pelz der Eltern verbirgt - in dem Fall bei der Mama mindestens ein Merkmal für rote Fellfarbe).
    Würde man eine weiße Katze, die WW trägt, mit einer anderen Katze verpaaren (egal welche Farbe), trügen alle Jungen mindestens ein Mal das Merkmal W und wären somit weiß.
    Vielleicht ist es hier etwas verständlicher
    Das ist jetzt ein wenig schwammig erklärt, aber ich hoffe, du verstehst in etwa, was ich meine. Um das ganz nachvollziehen zu können, musst du dich vielleicht mal etwas einlesen.

    Grüße,
    Armitage


    Edit:
    Und wegen des Wikipedia-Artikels. Mit Pferden kenn ich mich nicht aus und auch nicht mit der Farbenvererbung bei Mäusen. Ich fand den Artikel auf das Thema bezogen nur sehr weit hergeholt. Aber ich geb das gern so weiter.
     
  5. #4 17.05.2010
    Philomena

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    Ich war genauso erschrocken, als ich das gehört habe... Aber es scheint wohl alles nochmal gut gegangen zu sein und die Kleinen sind keine Täubchen.

    Du hast das super erklärt, Danke! Absolut verständlich :-)

    Liebe Grüße,
    Philomena
     
  6. #5 17.05.2010
    Armitage

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    Also was ich inzwischen noch "herausgefunden" habe ist, dass das mit den leuzistisch (spistatisch) weißen Katzen mit rosa Augen wohl Müll ist und der oben zitierte Artikel aus Wikipedia ebenso.
    Dies zeigt ja das Zitat von Philomena aus farbenvererbung.de

    Desweiteren hab ich mir sagen lassen, dass es Albinos mit dem c/ca Allel praktisch nicht gibt? :confused:

    Ich schau mal weiter. Vielleicht meldet sich derweil noch jemand zu Wort. :cool:
     
  7. #6 07.09.2010
    Shorty87

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    hey ich hab zwar nicht so 100% alles durchgelesen. aber ich kann euch sagen und zeigen wie ein e albino katze aussieht denn ich habe eine und meine eltern haben auch eine. sie wurden nicht gezüchtet ,davon halte ich auch garnichts da diese weissen katzen halt oft tau werden und auch so kein normales leben führen können. man könnnte sie z.b nicht raus lassen da sie schlecht sehen wenn es zu hell ist.bei meiner kommt dazu das sie angewachsene augäpfel hat und die agen nicht nach rechts uns links drehen kann,wobei ich da nicht denke das es an dem albinismus liegt denn der kater von meinen eltern hat dieses problem nicht.

    ich möchte noch klar stellen das ich nicht irgendwie ne albino sammlerin bin oder das verharmlose. im gegenteil. als ich mir meine aus dem tierheim geholt habe wusste ich nichtmal das sie ein albino ist da ich sie nur vom weiten gesehen habe. sie war ein notfall und deswegen habe ich sie mit genommen.

    ich habe sie jetzt gut 3 jahre und weiss das diese katzen nicht wie normale katzen behandelt werden können da sie meist schneller krankheiten und so bekommen. deswegen habe ich den albino kater auch schnell geholt bevor ihn jemand nimmt der ihn falsch behandelt.

    ich habe mich im internet über den albinosmus schlau gemacht und habe noch nie jemand anderes gefunden der auch so eine katze hat.- finde ich irgendwie schade weil ich mich gerne mit anderen besitzern austauschen würde...

    so genug geschrieben ;)

    ich hoffe man erkennt es. auf einem bild sieht man ein bisschen ihre hellen augen
     

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  8. #7 08.09.2010
    lollys susi

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    wunderschön ::flagge::
    Allerdings möchte ich mal kurz anmerken, dass die Weißzucht im Verein nicht mit den weißen Katzen die sich beim "Vemehrer" oder auf der "Straße" fortpflanzen vergleichbar ist. Die Züchter die ich kenne nehmen das sehr ernst (es ist übrigens vorgeschrieben, dass weiße Katzen hervorragend hören mussen um zur Zucht zugelassen zu werden und auch weiß x weiß ist verboten um Taubheit vorzubeugen - also dass keine Katzen die reinerbig WW sind fallen, und den Vorzug haben Katzen mit farbigen Augen - also gelb, orange usw.) und bei diesen Züchtern gab es nie Probleme mit Taubheit. Einige der Tiere gehen genauso wie die anderen Katzen auch raus ins Freigehege und schienen mir absolut nicht beeinträchtigt zu sein.
     

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