Katze ängstlich/aggressiv.. Hilfe

Dieses Thema im Forum "Erziehung, Verhalten, Zusammenführung von Katzen, " wurde erstellt von Lialoo, 07.06.2018.

  1. #1 07.06.2018
    Lialoo

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    Hallo, erstmal möchte ich mich entschuldigen, dass dieser Text bestimmt sehr lang wird.

    Ich habe meine Katze bereits bekommen, da war sie 6 Wochen alt. Hatte sie aus einem verwahrlosten Haushalt gerettet. Sie war immer alleine und ist eine Wohnungskatze. Mit einem Jahr versuchte ich sie mit einer gleichaltrigen Katze zu sozialisieren, was damals total in die Hose ging. Mein Freund und ich lebten also gemeinsam mit ihr. Sie ist eine sehr temperamentvolle Katze. Ich lies sie nicht sofort kastrieren bis sie jedoch scheinschwanger und aggressiv wurde. Danach hatte ich meine 'alte' Katze wieder. Der Arzt sagte, dass sie schon ungewöhnlich heftig reagierte in ihrer Scheinschwangerschaft.

    Ich bin dann 2016 schwanger geworden. Da ich Toxoplasmose negativ war schlossen wir unsre Katze dann sofort aus dem Schlafzimmer aus, auch in Hinblick darauf, dass sie das 'ausgesperrt sein' nicht später auf das Kind schiebt. Sie kämpfte zwar um ihr Schlafzimmer, es ging aber irgendwann.
    Dann kam unsere Tochter zur
    Welt. Wir kümmerten uns bewusst auch mehr um die Katze, ich kuschelte mit beiden gleichzeitig, sie wurde nicht von unserer Tochter fern gehalten, durfte sie immer beschnuppern etc.
    Irgendwann machte das Babyphon ein komisches Geräusch. Ich verstand nicht sofort, dass die Katze Angst hatte und sie reagierte so aggressiv, dass sie mich sofort angreifen wollte sobald ich nur meinen Zeh bewegte. Meine Tochter schrie in dem Moment zum Glück nicht, das Essen brannte nur an. Ich empfand die Situation wirklich als beängstigend, wenn ich mich nicht bewegen 'darf'.
    Wir sind dann umgezogen. Alle Möbel sind gleich geblieben. Die Katze hat nun mehr Freiraum und einen Balkon. Wir haben sie hier zunächst auch bewusst aus Kinder- und Schlafzimmer ausgesperrt.
    Irgendwann bekam ich ein Paket und nahm es an, drehte mich um und durfte mich erneut keinen Millimeter bewegen, da unsere Katze wieder Angst hatte und aggressiv wurde. Zu dem Zeitpunkt hatte ich meine Tochter zum Glück auf meinem Arm.
    Wir dachten dann, dass sie vllt verunsichert ist, da sie quasi keinen Rückzugsort hat außer ihrem Kratzbaum und sich ausgeschlossen fühlt, wenn sie nicht ins Kinderzimmer darf, wenn wir drin sind. Deshalb lassen wir sie nun ins Kinderzimmer, wenn wir da sind. Wenn wir schlafen oder weg sind ist die Türe zu. Wenn sie mal ins Schlafzimmer huscht, schmeißen wir sie auch nicht mehr raus, sondern lassen sie erkunden und auch mal ein Schläfchen machen, bis sie von alleine raus kommt. Dann schließen wir die Türe wieder.. so auch nachts.
    Dann war die Situation auch wieder entspannter.
    Seit drei Tagen merke ich aber wieder, dass sie aggressiver maunzt, wachsamer ist und teilweise wieder ängstlich/aggressiv reagiert. Vorhin dann auch wieder eine Situation, in der sie mich angreifen wollte, nachdem sie zuvor meinen Freund mehrmals 'aggressiv' anmaunzte.
    Ich weiß nicht was ich noch tun soll. Ich kann ja wenn so eine Situation mal auftritt, in der meine Tochter nicht gerade schläft oder im Hochstuhl sitzt oder auf meinem Arm ist, meiner Tochter erklären sie darf sich nicht bewegen. Das versteht sie ja nicht. Das wäre für mich der Horror, wenn sie dann der Aggression ausgesetzt wäre.

    Dazu sei zu sagen: unsere Tochter darf weder an den Katzbaum, noch an das Futter oder Wasser und streichelt unsere Katze auch nur wenn sie selber möchte (was meistens nicht der Fall ist). Wenn die Katze frisst, trinkt, schläft oder auf dem Klo ist darf unsere Tochter nicht einmal in die Nähe.

    Und seit der Kastration schaffe ich es nicht zum Tierarzt. Ich bin zerfleischt wenn ich versuche sie in den Transportkorb zu setzen bzw.komme gar nicht in die Nähe es zu tun. Auch den Korb im Wohnraum stehen zu lassen bringt nichts. Wir sind froh, dass sie mit umziehen konnte, jedoch brauchten wir zwei Stunden, um sie zu fangen.

    Ich weiß nicht mehr was mir noch machen sollen?
     
  2. #1 07.06.2018
    Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
     
  3. #2 08.06.2018
    Gast488

    Gast488 Gast

    Ich kann nur sagen, die Katze ist unausgelastet, sie braucht unbedingt einen Partner/in, an dem sie ihre Kräfte messen kann und auch evtl. mal einen Tatsch von der anderen Katze bekommt.
    Menschen können nicht so spielen wie ein kätzischer Partner und ihr Verhalten sagt schon, dass sie mehr Power braucht.
     
  4. #3 08.06.2018
    Gast5874

    Gast5874 Gast

    Da sind im Vorfeld schon viele Fehler gemacht worden.

    Auch wenn ein Haushalt angeblich verwahrlost gewesen wäre, hätte man anders helfen und unterstützen können. Evtl. mit Ratschlägen, dem Tierschutz melden, Futterkosten vorstrecken bis die Fellnase 12 Wochen alt gewesen wäre und und.

    Da sie mit 6 Wochen von Mutter und Geschwistern getrennt wurde, hat sie keinerlei Sozialverhalten gelernt. All das, was sie für ein zukünftiges Katzenleben brauchte, wurde ihr so nicht gezeigt. Und dann noch Einzelhaltung war der nächste Fehler. Nur sehr selten gibt es Fellnasen, die alleine leben wollen. Besser wäre es gewesen, wenn Du gleich zwei Kätzchen genommen hättest. Wir Menschen können nicht so kätzisch spielen, wie ein vierbeiniger Artgenosse.

    Eine Zusammenführung bedeutet, dass man viel Geduld haben muß und nicht gleich aufgeben sollte. Manchmal dauert es Tage, Wochen oder sogar Monate. Man muß den Fellnasen die Zeit geben, die sie brauchen.

    Der andere Fehler, die späte Kastration. Rolligkeit ist purer Streß für eine Katze, Scheinträchtigkeit noch mehr. Mit einer rechtzeitigen Kastration ab dem 6. Lebensmonat hätte man das verhindern können.

    Dieses hin und her mit den offenen Zimmern ist für eine Katze auch nicht förderlich für ihr Verhalten.

    Diese ganzen Fehler haben sicherlich zu ihrem Verhalten beigetragen. Um jetzt noch etwas zu retten, würde ich Dir dringend empfehlen, eine Katzenpsychologien zu Rate zu ziehen. Sie kann sich in gewohnter Umgebung das Verhalten Deiner Katze anschauen und raten, was man am Verhalten der Katze, aber auch evtl. an Eurem Verhalten ändern müßte oder wo genau das Problem liegt. Nicht umsonst gibt es ja diese Reaktionen von der Maus.

    Wir lesen hier Deinen Bericht und können uns nur ein sehr flüchtiges Bild von Euch und der Katze machen. Um aber letztendlich Ratschläge zu geben, reicht das leider nicht aus, jedenfalls in meinen Augen.

    Würde mich freuen, wenn Du uns berichtest, was bei dem Besuch einer Katzenpsychologien heraus gekommen ist.

    LG Marion
     
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  5. #4 08.06.2018
    Lialoo

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    Danke schon mal für die Antworten.

    Dass sie mit 6 Wochen viel zu früh von ihrer Mutter getrennt wurde ist Fakt. Ist auch eine lange Geschichte aber als wir sie bekamen war sie bereits kurz davor zu versterben, worauf unser Tierarzt sagte, dass es gut so gewesen ist, sie mitgenommen zu haben, da sie so noch eine Chance bekommen hat. Geschwister gab es zu dem Zeitpunkt keine mehr.

    Und bei der Kastration hab ich mich auf die Aussage des Tierarztes verlassen. Der hat mir immer gesagt, dass man bei Katzen sowieso ein Jahr warten muss und das sei der früheste Zeitpunkt. Dann war sie ein mal rollig, was sofort wieder vorbei war und als sie dann wieder rollig wurde, sollte ich abwarten bis es vorüber ist, um sie dann kastrieren zu lassen, da wurde sie ja dann scheinschwanger. Eine Woche danach wurde sie kastriert.

    Also würdet ihr dazu raten in jedem Fall einen Katzenpsychologen zu rate zu ziehen oder eher das Thema zweite Katze anzugehen?
     
  6. #5 08.06.2018
    Gast5874

    Gast5874 Gast

    Leider gibt es bei einigen Landtierärzten immer noch die Aussage, die Katze sollte einmal rollig oder sogar einmal trächtig gewesen sein. Das ist Schwachsinn, weil in den ganzen Monaten besteht die Gefahr einer Gebärmutterentzündung, Vereiterung oder es können sich Tumore bilden. Viele Züchter gehen sogar inzwischen dazu über, die Katzen im Alter von 14 Wochen zu kastrieren. Der Vorteil, sie sind schneller wieder fit, die Bauchdecke ist dünner, da weniger fett. Hier mal ein Link zu einem interessanten Artikel.

    Die Katze hat ja bereits Fehlverhalten, da würde kein zweiter Katzenkumpel helfen, jedenfalls nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Erst sollte geklärt werden, warum sie sich so verhält, da kann eben nur ein Katzenpsychologe helfen. Ich würde auch keinen Katzentherapeuten nehmen. Diese haben keinerlei Ausbildung, es kann sich jeder Katzentherapeut nennen. Praktisch sind es hier alle User :emoji_wink:

    Ich würde auch nicht zu lange warten, denn die Situation scheint sich ja langsam zu zu spitzen.
     
  7. #6 08.06.2018
    Lialoo

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    Ok, da sind wir wahrscheinlich nicht gut beraten worden.

    Danke, dann suche ich mal jemanden in der Nähe ☺

    LG
     
  8. #7 08.06.2018
    Gast5874

    Gast5874 Gast

    Würde mich freuen, wenn Du dann berichtest, wie es mit der Maus weitergehen wird und was der Katzenpsychologe festgestellt hat.
     
  9. #8 08.06.2018
    Gast5934

    Gast5934 Gast

    Wir drücken Daumen, dass der Fellnase schnell geholfen werden kann.
     
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